Tradition der Perückenmacher

Schon im Jahr 1656 entstand die erste Innung für Perückenmacher, und zwar in Paris. Es war nämlich das Bedürfnis damals von König Ludwig XIV., der wegen schütteren Haar erstmals zu einer Perücke griff. Hierdurch wurden Perücken auch zu einem wichtigen Statussymbol und auch ein Attribut der höfischen Kleidung an allen europäischen Königshöfen. Männer trugen damals eine sogenannte Allongeperücke, Frauen eine Fontange. Die Zunft der Perückenmacher fertigte nach dem Wunsch der Adligen bzw. der Höflinge und später auch den Angehörigen des Bürgertums Perücken nach Wunsch an. Die Hauptschwierigkeit der Herstellung von Perücken heute wie damals lag bzw. liegt darin, dass diese wie natürliches Eigenhaar aussehen sollen.

Perückenmacher finden heute Arbeitsplätze in Unternehmen, die sich mit der handwerklichen und industriellen Haarersatzteilherstellung befassen. Aber auch Opern- und Schauspielhäuser beschäftigen meist einen eigenen Perückenmacher oder eine ganze “Mannschaft”. Doch auch im Friseurgeschäft gibt es für Perückenmacher meist etwas zu tun. Hier handelt es sich jedoch meist um selbstständige Perückenmacher, die im Auftrag der Friseure deren Kunden mit Perücken versorgen, die individuell nach deren Bedürfnissen hergestellt werden.

Der Beruf des Perückenmachers macht es erforderlich, dass eine Ausbildung im Friseurhandwerk bzw. in der Maskenbildnerei absolviert wurde. Perückenmacher müssen aber nicht nur ihr handwerkliches Können verstehen. Sie müssen es im Rahmen von Beratungsgesprächen auch Kunden und Kundinnen vermitteln können bzw. diesen Vorschläge unterbreiten was die Form und die Farbe und vor allem auch die Länge der Haare der Perücke angeht. Zu berücksichtigen ist hierbei vor allem das auf dem Kopf noch vorhandene Resthaar und auch die Kopfform des Kunden. Hergestellt werden Maßtoupet oder eine Maßperücke aus Kunst- oder aus Echthaar. Das Tressieren, das Knüpfen und Tamburieren des Haarmaterials findet heute entweder per Handarbeit oder unter Zurhilfenahme von Spezialmaschinen statt. Natürlich gestalten Perückenmacher nach Kundenwunsch die Perücke auch mit entsprechenden Accessoires. Arbeitet ein Perückenmacher in der industriellen Haarersatzteilfertigung, so übernimmt dieser meist nur Kontrollarbeiten oder ist für  Einzel- oder Sonderaufträge zuständig.

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