Perücken auf Perückenköpfen stilvoll präsentiert

Mit der Hilfe von Perückenköpfen, die in Österreich auch Haubenstöcke genannt werden, wurden und werden seit der Zeit des Barock und Rokoko Perücken geformt. Vor allem dienten sie der Maßanfertigung, aber auch deren Ablage. Wer heute ein Perücke besitzt, der besitzt auch meist einen Perückenkopf. Dieser Perückenkopf ist dem menschlichen Kopf nachempfunden.

Er verfügt über die gleichen Rundungen, jedoch wurden bei der Herstellung dieser Ablagemöglichkeit für Perücken die Ohren ausgespart. Und auch die Ausformungen für Augen, für den Mund und die Nase fehlen. Was allerdings vorhanden ist, ist ein Büstenansatz, auf dem der Perückenkopf schließlich aber auch abgestellt wird. Für die Herstellung der Perückenköpfe wurde früher ausschließlich Holz verwendet.

In der Zeit, in der die elitäre Gesellschaft grundsätzlich Perücken trug, wurden in Frankreich und auch im damaligen Stadtstaat Venedig Exemplare von Perückenköpfen hergestellt, die wahre Kunstwerke waren. Schon damals beschäftigten sich die Bildhauer eben auch mit Dingen für den alltäglichen Gebrauch. Die Perückenmacher – eine angesehene Zunft in der Zeit des Barock und Rokoko – verwendeten die Perückenköpfe dazu, um die Perücken in ihren Schaufenstern auch stilvoll zu präsentieren.

Hier konnten die Interessenten sehen, wie sich die jeweilige Perücke an den Kopf anschmiegt. Natürlich mussten und müssen auch heute bei gekauften Perücken Anpassungen vorgenommen werden, denn kein Mensch hat einen standardisierten Kopf. Vom Material her verwendet man für die Perückenköpfe heute im Übrigen außer Porzellan auch Keramik, vor allem aber Kunststoff oder aus Styropor.  Heute sind die Perückenköpfe allerdings auch meist mit einem “Gesicht” versehen. Verwendet werden Perückenköpfe heute nicht mehr nur dazu, um Perücken auszustellen bzw. diese ordnungsgemäß abzulegen, sondern auch um Hüte in Schaufenstern zu präsentieren.

Vor allem in Hutgeschäften sind die Perückenköpfe heute unentbehrlich geworden was die Schaufensterdekoration angeht. Präsentiert werden die Hüte meist auch mit einer Perücke, häufig aber auch ohne. Diese sollen dem Passanten zeigen, wie schön ein Hut auf dem Kopf aussehen kann.

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